Geborgen – im Asthaufen!

Auf der Wiese neben der reformierten Kirche St. Peterzell haben Freiwillige vom WWF drei Wieselburgen errichtet. Die Asthaufen bieten den selten gewordenen Wieseln und Hermelinen wertvolle Rückzugs- und Brutplätze und schaffen Lebensraum für eine Vielzahl von weiteren Kleintieren.
Ausschlaggebend war eine Anwohnerin, die auf dem Gelände ein Mauswiesel sichtete und Adeline Düing, Kivo-Präsidentin der Kirchgemeinde Oberer Necker, davon erzählte.
Vorsteherschaft war begeistert
Diese begann sofort zu recherchieren und stiess auf ein WWF-Projekt zum Schutz von Wieseln. «Kirche als Raum für Schutz und Geborgenheit, für Menschen wie für Tiere, das fand ich eine schöne Verbindung», so Düing. Auch in der Kivo waren alle begeistert, und der WWF befand den Standort neben dem Kirchgemeindehaus für ideal: direkt am Waldrand, in der Nähe ein Bach. Als auf dem Schulgelände nebenan Bäume und Büsche zurückgeschnitten wurden, habe man die Gelegenheit ergriffen und das Schnittmaterial zu drei schönen Asthaufen hochgeschichtet. Ein Team von Freiwilligen, aufgeboten und angeführt vom WWF, hat sich der Arbeit angenommen.
Vorsteherschaft war begeistert
Haufen voller Leben
Jetzt, ein gutes Jahr später, sind die Haufen voller Leben, wenn man dieses auch nicht unbedingt zu Gesicht bekommt, zumal sich die Tierchen nicht an Bürozeiten halten. Aber da sind deutlich erkennbare Höhleneingänge und wenn man an den Haufen vorbeigeht, hört man es geheimnisvoll rascheln; auch Igel und Echsen sind eingezogen. «Leben passt zur Kirche», findet Düing. «Man ist achtsam, man sorgt füreinander. Tiere sind auch Gottes Geschöpfe!» Auch die Rückmeldungen aus der Kirchgemeinde und von Anwohnern sind durchwegs positiv. Besteht jetzt Lust auf weitere Projekte? «Ja!», erwidert Düing sofort. Mitglieder des Verkehrsvereins hätten kürzlich die Idee eines Weinbergs ins Spiel gebracht, der sich womöglich im Zuge der anstehenden Kirchensanierung realisieren liesse. Der Sonnenhang neben der Kirche wäre ideal.
Noch sind das eher Träume als Pläne, aber das Prinzip passt, findet Düing: Die Kirche stellt Raum zur Verfügung, die Umsetzung verantworten Dritte. Hauptsache, der Platz lebt!
Text: Julia Sutter, Fotomontage: Jana Birchmeier

