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Fadegrad – der Podcast, der den Glauben ins Leben streut

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«Wir sind wie ein Salzstreuer, wir bringen den Glauben überall hin!» So beschreibt Sam de Keijzer die Wirkung von «Fadegrad». Seit 2020 treffen sich im Podcast der katholischen und evangelisch-reformierten Kirchen der Kantone St.Gallen und beider Appenzell Hosts und Gäste zu persönlichen Gesprächen. Rund 30 Minuten dauert eine fertige Folge – und je nach Thema hören zwischen 200 und 2500 Menschen mit.

De Keijzer ist seit den Anfängen bei «Fadegrad» involviert; noch als Praktikantin bei der evangelisch-reformierten Kantonalkirche wurde sie angefragt, mitzumachen. Heute, sechs Jahre später, hat sie die Leitung vom Podcast übernommen; zum neu aufgestellten Team gehören ausserdem Laurin Flütsch, Elea Goldinger, Ines Schaberger und Jonas Schönenberger.

Wie sie die Themen und Gäste von kommenden Folgen auswähle? Mal begegnet de Keijzer jemandem im Ausgang, kommt ins Gespräch und denkt: «Das wäre doch Material für uns!» Andere Gäste oder Organisationen fragt das Team gezielt an, wie etwa die Anonymen Alkoholiker. Und zunehmend melden sich auch Menschen von sich aus, die gerne einmal zu Gast wären. Nicht alles passt: «Wir wollen unseren Hörerinnen und Hörern spannende Menschen und ihre Geschichten nahebringen – aber eine Werbeplattform für deren Projekte sind wir nicht.» Wobei «Fadegrad» durchaus Werbung macht, und zwar ganz bewusst für kirchliche Angebote.

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Miteinander offen werden

Gäste müssen weder besonders gläubig oder gar Kirchenmitglied sein. Aber eine Offenheit gegenüber Themen rund um Glauben und Spiritualität sollen sie mitbringen. «Dann entstehen Gespräche, die überraschen und oft sehr persönlich werden. Und manchmal fliessen dabei sogar gemeinsam Tränen.» Ihre Aufgabe als Podcasthosts sei es, einen sicheren Ort für den Gast zu schaffen. «Ich will niemanden ausquetschen. Es soll ein Miteinander sein.» Wenn jemand sehr nervös ist oder im Nachhinein eine Sache lieber nicht erzählt hätte, können Stellen herausgeschnitten werden – tatsächlich sei das bisher aber erst einmal vorgekommen. Nach jeder Folge gibt sich das Team gegenseitiges Feedback. Handwerklich hat de Keijzer viel von den erfahrenen Kolleginnen Lara Abderhalden und Ines Schaberger gelernt. Beide haben für den Podcast schon Auszeichnungen geholt: Abderhalden den Preis der katholischen Journalisten, Schaberger den Hans-Ströbitzer-Journalistenpreis.

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Weiterstreuen, weiterwachsen

«Wir streuen den Glauben wie ein Salzstreuer in die Stuben», so de Keijzer, und erzählt, wie immer wieder berührende Rückmeldungen aus der Hörerschaft an sie gelangen: Eine Frau schrieb nach der Folge über die Anonymen Alkoholiker, sie habe durch die Sendung den Mut gefasst, eine Person aus ihrem Umfeld auf ihre Sorge bezüglich deren Alkoholkonsum anzusprechen. Eine andere Zuhörerin wurde überraschend beim Bügeln – und mit einer Folge «Fadegrad» im Ohr – zu Tränen gerührt. Mit über 1000 Spotify-Follower:innen, knapp 700 YouTube-Abonnent:innen und insgesamt mehr als 84'000 Aufrufen von Folgen und Videos ist «Fadegrad» längst über den rein kirchlichen Kontext hinaus bekannt. Hosts und Gäste stammen bewusst vorwiegend aus der Region St. Gallen – Appenzell. Nun erweitert sich aber auch hier der Radius: Mit Laurin kommt ein neuer Host aus Graubünden dazu.​

Text: Julia Sutter, Foto: Andreas Ackermann

Publiziert: September 2026

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